"Europäische Debatten"
Naturwissenschaft und ethische Verantwortung

 

Am 12.02.2004

 

Teilnehmer:

  • Prof. Eva-Marie Engels, Sprecherin des Interfakultären Zentrums für Ethik in den Wissenschaften an der Universität Tübingen
  • Prof. Ortwin Renn, Institut für Sozialwissenschaften, Abteilung für Technik- und Umweltsoziologie an der Universität Stuttgart
  • Prof. Didier Sicard, Internist an der Universität Paris V, Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Hôpital Cochin (Paris), Gründer des „Espace Ethique de l'AP-HP", Präsident des Nationalen Ethikkomitees
  • Dr. Jean-Yves Nau, Journalist bei der Zeitung Le Monde (Paris), zuständig für medizinische und ethische Fragen, Mitarbeiter der schweizer Revue „Médecine et Hygiène", Autor mehrerer Bücher zu diesem Thema („Le journal de la vache folle", „Bioéthique : avis de tempête")
Moderation: Reiner Korbmann, Wissenschaftsjournalist, Gründer von "Science & Media"

Die rasanten naturwissenschaftlichen und technischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte mit ihren teilweise massiven Auswirkungen auf die Gesellschaft, ihre Individuen, die Wirtschaft und die Umwelt warfen immer wieder die Frage auf, soll und darf die Wissenschaft alles machen, was sie machen kann? Der Einsatz der Mikroelektronik und, damit verbunden, neuer Möglichkeiten hat die Entwicklungen noch beschleunigt. Es zwingen sich in diesem Zusammenhang eine Vielzahl von Fragen auf: Wollen wir all diese neuen Entwicklungen und Möglichkeiten überhaupt und, vor allem, wollen wir auch die damit verbundenen Folgen? Ist eine realistische Abschätzung der Folgen und Risiken - Technikfolgenabschätzung - überhaupt möglich? Sind neue Entwicklungen und Forschungsvorhaben in der Medizin, Landwirtschaft und Industrie verantwortbar? Wer fällt die Entscheidungen was verantwortbar ist und wer trägt eigentlich die Verantwortung? Welches Verhalten ist im Hinblick auf unterschiedliche wirtschaftliche Interessen und auf die gesellschaftliche Verantwortung angemessen?
Angesichts der weltweiten Entwicklungen stellte sich auch die Frage, wie sich Europa politisch verhalten soll, um einerseits grundsätzliche Werte zu bewahren, andererseits aber auch konkurrenzfähig zu bleiben. Kann hierbei innerhalb der europäischen Gemeinschaft zu einer gemeinsamen Haltung gefunden werden? Und wie kann die wissenschaftliche Zusammenarbeit von Deutschland und Frankreich dazu beitragen?

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