Finanzierung durch den Staat

Die Finanzierung der öffentlichen Hochschul- und Forschungseinrichtungen in Frankreich unterscheidet sich erheblich vom deutschen System, was sich natürlich auf die Modalitäten einer internationalen Kooperation in der Forschung auswirkt.
Ein Löwenanteil der Mittel fließt über eine direkte und zentrale Finanzierung durch den Staat, das heißt über verschiedene Ministerien, jedoch hauptsächlich über das "Ministère de la jeunesse et de l'éducation nationale" (www.education.gouv.fr) und das "Ministère délégué à la Recherche et aux Nouvelles Technologies" (www.recherche.gouv.fr). Seit dem neuen Gesetz von 2006 ist die neu gegründete Agence nationale de la recherche (ANR) als öffentliche Projektförderungseinrichtung verankert. Der Großteil der Grund- und Projektfinanzierung der Hochschulen und Forschungseinrichtungen erfolgt hierbei über mehrjährige Zielvereinbarungen.Verstärkt ist in den letzten Jahren ein wachsender Einfluss der französischen Régions zu bemerken, die stark vergrößerte Kompetenzen und Finanzmittel für die Gestaltung von Exzellenzzentren in der Forschung erhalten haben. Über den Abschluss mehrjähriger Zielvereinbarungen mit den regional ansässigen Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden diese neuen Kompetenzen durch die Regionen vermehrt als wichtige Elemente der nationalen und internationalen Profilbildung genutzt.

Förderorganisationen mit weitgehender Autonomie wie die DFG oder der DAAD in Deutschland sind mit vergleichbarer Struktur in Frankreich nicht zu finden. Der größte Teil der Drittmittel wird über Verträge mit Unternehmen eingeworben, Stiftungen tragen im Gegensatz zu Deutschland nur ca. 1% zum Budget der öffentlichen Forschung bei. Dies hauptsächlich in den Bereichen Medizin und Biochemie.

 


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